Einspeichen______________________________

Das Einspeichen und Bauen von Laufrädern gehört sicherlich nicht zu den einfachsten Arbeiten an seinem Bike. Der Ein oder Andere wird sich aber wohl irgend wann daran versuchen. Vielleicht steht aber auch nur der Tausch einer durchgebremsten oder durch einen Sturz zerstörten Felge an. Aber auch bei einer bevorstehenden Anschaffung eines hochwertigen Laufradsatzes kann man durch Selbstbau die Kosten ein wenig reduzieren.

Wer das komplette Neu-Einspeichen scheut, kann z.B. damit beginnen, daß er bei einem Rad nur die Felge tauscht. Dazu klebt man mit Klebeband die neue Felge, die genau gleich groß sein muß, an die alte, lockert zunächst alle Speichen und setzt danach diese in die neue Felge um. Dabei ist ggf. die Richtung der Nippellöcher zu beachten: Diese stimmen meist überein, wenn man darauf achtet, daß die Ventillöcher beider Felgen nebeneinander zu liegen kommen. Das anschließende Zentrieren ist vielleicht genug Herausforderung für den ersten Versuch.
 
 
 

Bei Bauteilen mit unterschiedlichen Abmessungen oder Lochzahlen funktioniert dies natürlich nicht. Hier ist eine Neu-Einspeichung nicht zu umgehen. Ich denke aber, daß dieses mit der nachfolgenden Anleitung zu bewerkstelligen sein sollte.

So wird der Felgendurchmesser ermittelt.(Schema)

 
 

Speichenlänge

 
 
Bild Rechts So dürfen die Speichen im fertigen Laufrad nicht aussehen!!_________
 
Linkes Bild so ist es OK
In den Abbildungen oben sind als Beispiel zwei der gebräuchlisten Speichen dargestellt.
 

 

 
 
Beim einspeichen Richtung der Nippellöcher beachten!!
 

 

Beschrieben wird im folgenden das Einspeichen eines Hinterrades mit 32 Speichen und 3 fach Kreuzung, die wohl gängigste Ausführung bei heutigen Rädern. Das Einspeichen von Vorderrädern oder Rädern mit anderen Lochzahlen ist im Prinzip gleich, nur andere Kreuzungsarten erfordern eine andere Anordnung. Die Speichenlänge kann mit dem Speichenrechner auf dieser Seite für alle vorkommenden Einspeicharten errechnet werden.

Achtung!! In den Felgen sitzen die Speichenlöcher abwechselnd nach links und rechts versetzt. (auch bei asymetrischem Felgenprofil) darauf muß beim Einspeichen unbedingt geachtet werden. (siehe auch Bild oben).

Schritt 1

Nehmen Sie die Nabe so in die Hand, daß der Freilauf nach oben zeigt. Nun wird in jedes zweite Loch im Nabenflansch von oben eine kurze Speiche eingefädelt. Die erste der 8 Speichen wird in das Speichenloch links vom Ventilloch in die Felge gesteckt. Jetzt müßte auch die Neigung dieses Speichenlochs in der Felge (und auch alle weiteren) automatisch in die richtige Richtung zeigen.


 

Schritt 2

Die sieben restlichen Speichen werden so in die Felge eingefädelt, daß immer 3 Löcher frei bleiben, das heißt in jedes vierte Loch. Nun sollte Ihr Rad so aussehen wie auf dem Bild links.
Die Speichennippel jetzt so weit aufschrauben, daß noch ca. 2-3 mm Gewinde sichtbar bleibt.
Anmerkung: Es besteht die Meinung, die Speichengewinde und die Nippel vor dem aufdrehen zu fetten. Da aber heutzutage die Speichennippel mehr und mehr mit Schraubensicherungsmittel behandelt werden, um ein sich Lösen während der Fahrt zu verhindern, empfiehlt es sich, nur die Nippel an den Stellen zu fetten, die später mit der Felge kontakt haben. (also z.B. im Auflagebereich der Öse). Damit bleibt ein leichtgängiges Zentrieren nach wie vor möglich, ohne später die Wirkung des Schraubensicherungsmittels in den Gewindegängen zwischen Nippel und Speiche zu verhindern!


 

Schritt 3

Drehen Sie nun die Nabe so weit es geht nach Links gegen den Uhrzeigersinn. (Siehe Bild links). Damit schaffen Sie die Voraussetzungen für die nächsten Arbeitsschritte.


 

Schritt 4

Nun wird eine der nächsten 8 kurzen Speichen von unten durch ein loch im Nabenflansch geschoben. Jetzt diese Speiche nach links so über drei schon montierte Speichen legen, daß die ersten beiden überkreuzt und die dritte unterkreuzt werden. Die Speiche so in die Felge einspeichen, daß rechts und links je ein Loch frei bleibt.

 


 

Schritt 5

Als nächstes werden die restlichen 7 Speichen wie unter Schritt 4 eingelegt. Sind alle 16 Speichen auf dieser Seite des Laufrades eingezogen, so muß zwischen jeder Speiche ein Felgenloch frei sein. Das Laufrad sollte jetzt so aussehen, wie in der Abbildung links.


 

Schritt 6

Drehen Sie nun das Laufrad um und beginnen mit der zweiten Seite. Suchen Sie sich das Ventilloch als Anhaltspunkt. Das V, daß von zwei Speichen der Unterseite gebildet wird, in dem das Ventilloch liegt, zeigt genau auf ein Speichenloch im oberen Nabenflansch. In dieses Loch wird eine der langen Speichen von oben in das Nabenflanschloch gesteckt.
Diese Speiche nach links drehen und in ein Felgenloch einfädeln. Dieses Loch sitzt in einem kleineren V, welches wiederum von zwei unten liegenden Speichen gebildet wird.


 

Schritt 7

Verfahren Sie nun mit den nächsten 7 Speichen genau so, wie in Schritt 6. In jedes zweite Flanschloch eine Speiche, nach links drehen, drei Löcher abzählen und in das vierte einlegen. Auch hier bereits die Speichennippel wie unter Schritt 2 beschrieben aufschrauben.

 


 

Schritt 8

Als nächstes eine der letzten 8 langen Speichen von unten durch den Nabenflansch stecken. Jetzt diese Speiche nach rechts so über drei schon montierte Speichen legen, daß die ersten beiden überkreuzt und die dritte unterkreuzt werden. (Bild links)

 


 

Schritt 9

Entspurt. Es ist fast geschafft. Die letzten 7 Speichen in gleicher Weise einspeichen.


Zum Zentrieren müssen die Speichen bei mittig laufenden Felgen (Vorderrad) auf jeder Seite auf die gleiche Speichenspannung gebracht werden. Bei außermittig laufenden Felgen, (Hinterrad) ergibt sich zwangsläufig eine unterschiedliche Speichenspannung. Auf der zahnkranzabgewandten Seite ist die Spannung geringer. Schaut man von oben in die Speichennippel erkennt man zumindest ob alle Speichen gleichmäßig eingeschraubt sind. Die richtige Spechenspannung ermitteln man mit einem Speichentensiometer.Da aber schon aus Kostengründen die wenigsten so ein Gerät ihr eigen nennen, empfiehlt sich der Griff in ein bereits optimal eingespeichtes Laufrad zum Vergleich. Man bekommt mit der Zeit ein Gespür dafür, ob die Spannung stimmt und überall gleich ist.

Weiter gehts unter Laufrad zentrieren